Pro und Kontra Vorsorge

Es gibt kritische Stimmen, die den regelmässigen PSA-Test ablehnen, weil er angeblich zu «Überdiagnosen» führt. Das heisst, es werden viele Tumore entdeckt, die den Betroffenen keine Beschwerden verursachen, langsam wachsen und – je nach Alter des Patienten – auch nicht ursächlich zum Tod führen würden. Diese Tumore müssten demzufolge auch nie behandelt werden.

Andererseits mehren sich in den letzten Jahren die Hinweise aus der klinischen Forschung, dass regelmässige PSA-Tests die Todesrate wegen Prostatakrebs klar senken. Die qualitativ ausgezeichnete, gesamt-europäische Prostata-Screening-Studie ERSPC, an der wir als einzige Schweizer Klinik teilgenommen haben, zeigte eine markante Senkung der Prostatakrebs-Todesrate.

Die persönliche Entscheidungsfindung, ob Vorsorge ja oder nein, ist wichtig. Voraussetzung dafür ist, über das Thema Prostata­krebs, die Behandlungsformen und mögliche Folgen der Therapie Bescheid zu wissen.

 

Jeder Mann sollte sich darüber klar sein, dass als Therapie bei einem Krebs die operative Entfernung oder die Bestrahlung in Frage kommt. Damit hat der Mann zwar die besten Voraussetzungen zur Heilung, aber je nach Alter des Mannes und Verlauf der Operation besteht in 20-60% der Fälle das Risiko von anschliessenden Erektionsstörungen. Zum Glück kann man dagegen heute mit Hilfe von Medikamenten etwas tun. Aber über diese Aspekte sollte man sich bereits im Klaren sein, wenn man zur Vorsorge geht.

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